Aus dem Alltag

Die Arbeit läuft dir nicht davon, wenn du deinem Kind den Regenbogen zeigen willst.

Aber der Regenbogen wartet nicht, bis du mit der Arbeit fertig bist.

 

Projektarbeit

Die Projektarbeit ist ein wesentliches und bedeutendes Element unserer täglichen Arbeit.

EIN PROJEKT ENTSTEHT MIT DEN KINDERN, NICHT FÜR DIE KINDER!!

Projekte entstehen oft aus ganz einfachen Ereignissen: ein Kind stellt eine spannende Frage oder äußert eine interessante Idee, berichtet von einem Tier oder Insekt, kommt mit einem gebrochenen Arm in den Kindergarten, kommt aus einem fremden Land usw.

Aufgrund dieser Ereignisse wird der Wunsch geäußert, mehr über Tiere, ärztliche Behandlung, das fremde Land wissen zu wollen. Dieser Wunsch kann als Projektinitiative verstanden werden. Ob er weiter verfolgt wird, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Von großer Bedeutung sind hier die (vermuteten) Interessen der Kinder, da nur auf dieser Grundlage die Motivation der Kinder geweckt und aufrechterhalten werden kann. Die Projektthemen werden dann mit den Kindern ausgesucht und festgelegt. Sie bestimmen den Projektverlauf mit und schlagen viele Aktivitäten vor.

Projekte können je nach Thema unterschiedlich lang sein – von einer Woche bis hin zu mehreren Monaten.

Projektthemen können sich auch am Jahreskreislauf und an Festen orientieren, sie können aber auch von „außen“ an uns heran getragen werden, z.B. der jährliche Faschingsumzug der Stadt Vöhringen.

Hören, Lauschen, Lernen

  • Für die Kinder im letzten Jahr vor der Schule bieten wir ein Förderprogramm an, das den Erwerb der Schriftsprache in der Schule erleichtern soll.
  • Es nennt sich „Würzburger Trainingsprogramm“ und schult die „Phonologische Bewusstheit“, d.h. die Kinder lernen die Sprache bewusst wahrzunehmen und auf einzelne Laute zu achten.
  • Es besteht aus Lausch- und Sprachspielen, die nach einem bestimmten Ablauf aufeinander aufbauen und für das Alter zwischen 5 – 7 Jahren ausgelegt sind.

Arbeit in der Stammgruppe

In der Pädagogik gibt es zwei Formen der Gruppeneinteilung: altersgemischte Gruppen oder altershomogene Gruppen.

Altershomogene Gruppenarbeit bedeutet, Kinder im gleichen Alter bilden eine Lerngruppe und arbeiten in dieser Gruppe an einem Thema oder Projekt. Diese Lernform findet bei uns in der Stammgruppe statt.

Die „Altersmischung“ als Lernform praktizieren wir in gruppenübergreifenden Projekten und vor allem während der Zeit des freien Spiels.
Die Stammgruppe der Drei- bis Vierjährigen nennt sich „Bambinis“. Die Vier- bis Fünfjährigen nennen sich „Smarties“ und die Fünf- bis Sechsjährigen sind die „schlauen Füchse“.
Die Stammgruppe trifft sich täglich zum Morgenkreis in der Zeit von 9.00 – ca.10.00 Uhr, je nach Alter der Kinder und nach den geplanten Aktionen und im Abschlusskreis von 11.30 – 12.00 Uhr.
Nach dem Morgenkreis ist das gesamte Haus geöffnet und bis zum Abschlusskreis besteht die Möglichkeit, in den versch. Bereichen/Zimmern das freie Spiel ausgiebig zu erleben.

Formen der offenen Arbeit

Jedes Kind hat seinen Platz in einer der drei Gruppen. Vor allem am Anfang wird es dort Sicherheit, Schutz und Geborgenheit erfahren und auch brauchen.

Im Laufe seiner Kindergartenzeit wird es aber selbst bestimmen, welche Spielbereiche es im Haus und in den anderen Gruppen benutzen möchte.

Die Spielbereiche im Haus wechseln in unregelmäßigen Abständen, um den Vorlieben aller Kinder gerecht zu werden und um Interesse, Neugierde, Kreativität und Lernbereitschaft der Kinder zu wecken.

Es gibt z.B. im Eingangsbereich ein Mal- und Bastelatelier, die Turnhalle kann genutzt werden, es gibt ein Bauzimmer, einen Rollenspielbereich, eine Lernwerkstatt für die Großen, eine Experimentierecke usw. Jeweils eine Erzieherin ist für einen Bereich zuständig. Die Zuständigkeit wechselt im Lauf des Jahres immer wieder.

Durch die innere Öffnung der Gruppen und spezielle gruppenübergreifende Angebote können die Kinder ihre Freunde und Freundinnen im ganzen Haus treffen.

Unser Tagesablauf

Ein strukturierter Tagesablauf und wiederkehrende Rituale sind eine Orientierungshilfe für die Kinder. Seine Gestaltung orientiert sich an den Bedürfnissen der Kinder (z.B. begrenzte Aufmerksamkeitsspannen, freies Ausleben der Spiel- und Bewegungsbedürfnisse). Daher müssen sich im Tagesablauf moderierte Lernangebote mit Phasen des freien Spiels und anderen Tätigkeiten (z.B. gleitendes Frühstück, Aufräumen, Entspannungsphasen) abwechseln. Bei uns sieht der Tagesablauf meist wie folgt aus:

  • Der Tag beginnt mit der persönlichen Begrüßung, die dem Kind das Gefühl des Angenommenseins vermittelt und ihm die Möglichkeit bietet, wichtige Erlebnisse der Erzieherin sofort mitteilen zu können. Danach ist bei uns Zeit zum freien Spiel in einer Sammelgruppe, bis um ca. 8.30 Uhr alle Erzieherinnen und Kinder anwesend sind.
  • Nach Ende der Bringzeit um 9.00 Uhr treffen sich die Kinder dann in ihrer jeweiligen Stammgruppe zu einem Morgenkreis. Er wird mit einem gemeinsam gesprochenen Gebet eröffnet. Danach wird erst einmal miteinander festgestellt, wer von den Kindern da ist, wer fehlt usw. Außerdem wird noch gezählt wie viele Kinder überhaupt da sind. Im Morgenkreis können schon interne Angebote wie Lieder lernen, Bilderbuch betrachten usw. stattfinden. Es gibt evtl. Kreisspiele, Gedichte, Erzählungen der Kinder. Der Kalender wird betrachtet, welcher Tag ist heute, welchen Monat haben wir…
  • Der Morgenkreis von 9.00 – 10.00 Uhr ist unsere Projektzeit in der Stammgruppe, in der verschiedene Themen erarbeitet und vertieft werden. Ebenso werden mit den Kindern die für diesen Tag geplanten Aktionen und Projektangebote während der Zeit des freien Spiels am Vormittag besprochen.

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Freies Spiel im Rollenspielzimmer

  • Nach dem Morgenkreis ist Zeit für das freie Spielen im gesamten Kindergarten. Die Kinder entscheiden sich nun selbständig, in welchem Spielbereich und mit wem sie spielen möchten. Wir Erzieherinnen müssen den Tag mit einem genauen Zeitplan strukturieren, damit die Vielfältigkeit der versch. Angebote überhaupt durchführbar ist.
  • Ab 11.30 Uhr treffen sich die Kinder wieder in ihrer Stammgruppe zum Abschlusskreis.
  • In der Mittagszeit ab 12.30 Uhr gibt es Mittagessen und anschließend für die teilnehmenden Kinder eine Ruhezeit. Hier haben die Kinder die Möglichkeit zu schlafen, Entspannungsgeschichten oder Musik zu hören. Wer nicht schlafen möchte (dies sind meist die größeren Kinder), kann sich bis ca. 14.00 Uhr im Garten oder in der Turnhalle nach dem langen Sitzen bewegen.
  • Am Nachmittag führen die Kinder angefangene Spiele weiter und vertiefen Lernerfahrungen des Morgens.

Auch der Garten ist für uns ein wichtiger Spielbereich, der bei jedem Wetter mit entsprechender Kleidung genutzt werden kann.

Bei allem dürfen wir aber nicht vergessen, wie im BEP deutlich aufgezeigt, dass Kindergärten nicht nur Angebotspädagogik durchführen sollen, sondern den Kindern noch genügend Zeit für das freie Spiel und das freie Experimentieren geboten werden soll.