„Krone des Lebens“ – Biblische Tagesimpulse, die zusagen und herausfordern – 04. November

Basierend auf den Herrnhuter Losungen soll ein biblisches Wort uns jeden Tag einen neuen Impuls geben:

Donnerstag. 04. November

„Der Kämmerer zog seine Straße fröhlich.“ (Apostelgeschichte 8, 39)

Wann und warum ziehst Du deine Straße fröhlich?

Vielleicht nachdem das letzte Projekt erfolgreich abgeschlossen wurde. Oder der Chef doch noch die Gehaltserhöhung, für die Du so lange gekämpft hast, genehmigte. Möglicherweise wenn es in den Urlaub geht, nachdem alle Buchungen geklappt haben und der Urlaubsantrag unter Dach und Fach ist. Oder die Diagnose des Arztes Entwarnung gibt.

Vermutlich immer dann, wenn dir etwas gelungen ist, Du das Gewünschte erhalten hast oder die Nachricht das Befürchtete nicht bestätigt.

Und wie war das bei diesem Finanzminister in der Apostelgeschichte?

War das Haushaltsjahr gut, stand eine schwarze Null in der Bilanz, hat die Schuldenbremse gewirkt?

Nein. Der Kämmerer hat etwas ganz anderes erlebt…

Er unternahm eine Pilgerreise zum Tempel in Jerusalem. Er hat wohl vom Gott des Volkes Israel gehört und betete ihn im Tempel an. Vor der Heimreise erwarb er eine Buchrolle des Propheten Jesaja, die er nun in seinem Wagen las. Und er kam an das Kapitel 53. Was er da las kam ihm spanisch vor und er verstand nichts.

Zur selben Zeit erhält der Apostel Philippus von Gott durch einen Engel den Auftrag, nach Süden auf die Straße zu gehen, die von Jerusalem nach Gaza führt. Es war eine öde Gegend in der nichts los war. „Was soll ich denn dort?“, mag Philippus sich gefragt haben. „Mein Auftrag besteht doch darin das Evangelium von Jesus Christus weiterzusagen. Was soll ich dann in dieser menschenleeren Gegend?“

Trotz aller Bedenken aber geht Philippus auf diese staubige und einsame Straße ohne zu wissen wozu das gut sein könnte. Da nähert sich ihm plötzlich ein Wagen und er erhält vom Heiligen Geist den Impuls neben diesem Wagen herzugehen.

„Verstehst Du, was Du da liest?“ – eine freche Frage an einen Finanzminister. Der aber antwortet ganz offen und ehrlich: „Wie kann ich, wenn mich nicht jemand anleitet?“

Das ist der Startpunkt für ein intensives Gespräch in dem Philippus den Mund auftut und dem Kämmerer von Jesus Christus weitersagt. Der erwidert nicht: „Was soll der Schmarrn?“, sondern ergreift die erstbeste Gelegenheit um sich taufen zu lassen. Der Kämmerer hat zum Glauben an Jesus Christus gefunden und möchte sein Leben in der Nachfolge Jesu führen.

Und das ließ ihn seine Straße fröhlich ziehen.

Macht mich der Glaube an Jesus Christus auch froh – oder überwiegen die Sorgen und Zweifel?

Traue ich mich offen und ehrlich zuzugeben, dass ich einen Bibeltext nicht verstehe?

Bin ich bereit Gottes Auftrag anzunehmen, auch wenn ich augenblicklich keinen Sinn darin erkenne und er mich offensichtlich in die Wüste schickt?

Tu ich den Mund auf, um das Evangelium von Jesus Christus weiterzusagen, wenn ich gefragt werde?

Lebe ich so, dass ich nach meinem Glauben gefragt werde?

Welch Potenzial für jeden von uns und für unser Gemeindeleben…

Helmut Haas

Herr Jesus Christus, oftmals beschäftigen mich die Sorgen und Zweifel des Alltags so sehr, dass die Freude über meinen Glauben an dich in den Hintergrund tritt und ich nicht fröhlich meine Straße ziehen kann. Und dann ist da dein Wort, das mir manchmal so unverständlich daherkommt. Und ich verstehe nicht, was du mir sagen willst. Da bitte ich dich um deinen Heiligen Geist und zeige mir, was du mit mir vor hast und was dran ist. Auch an diesem Tag.

Amen

Als heutige Bibellese ist Lukas 16,10-13 vorgesehen.


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