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„Krone des Lebens“ – Biblische Tagesimpulse, die zusagen und herausfordern – 07. Juni

Basierend auf den Herrnhuter Losungen soll ein biblisches Wort uns jeden Tag einen neuen Impuls geben:

Montag, 07. Juni

Am Morgen, noch vor Tage, stand Jesus auf und ging hinaus. Und er ging an eine einsame Stätte und betete dort. Markus 1, 35

Am Morgen, noch vor Tage stand Jesus auf. Leise schlich er aus dem Raum, die Jünger schliefen noch fest. Jesus wollte niemanden wecken, denn er hatte etwas wichtiges vor.

Er atmete tief ein, die kühle und feuchte Nachtluft tat ihm gut. Noch war alles still, bald würden wieder unzählige Menschen seine Gegenwart suchen, aber jetzt war alles ruhig, kein Mensch war zu sehen. Kurz orientierte er sich, dann lief er rasch hinaus aus der kleinen Siedlung. Er ging so lange, bis er einen geeigneten Platz gefunden hatte. Langsam lies er sich nieder und begann zu sprechen. „Vater, hier bin ich!.“

Wenn ich den Kontakt zu meiner Freundin in der Schweiz aufrecht erhalten möchte, dann schreibe ich ihr manchmal Emails und manchmal kurze Meldungen über einen Messenger-Dienst. Aber wenn ich ihr wirklich mitteilen möchte wie es mir geht, dann suche ich mir einen ruhigen Raum und ein Zeitfenster am Tag, an dem ich ausgiebig reden kann, ohne ständig auf die Uhr zu schauen und ohne gestört zu werden.

Ohne diese direkten Gespräche und hoffentlich auch bald wieder Treffen, würde unsere Freundschaft früher oder später verkümmern.

Wie viel mehr ist Gott für Jesus, wie viel mehr ist Gott für uns!

Hier und an anderen Stellen der Bibel können wir nur erahnen, wie unglaublich wichtig diese Momente der Ruhe und des ungestört seins für Ihn mit dem Vater waren.

Jesus ging zum Vater, zur Quelle des Lebens. In diesem Miteinander ist so viel mehr, als man in Worte fassen kann. Sicher waren sie nicht nur in diesen Momenten der Ruhe, sondern auch im ständigen inneren Zwiegespräch miteinander verbunden, aber diese Zeiten waren unglaublich wichtig und ich denke, solche Momente der Zweisamkeit mit Gott sind auch für unser Leben wichtig, egal zu welcher Tages oder Nacht-Zeit sie stattfinden. Sie sind Balsam für die Seele.

Hier herrscht eine Vertrautheit und ein Miteinander voller Liebe und Annahme.

Hier ist Raum für alles, was uns auf dem Herzen liegt.

Hier dürfen wir alles sagen oder schweigen, weil uns die Worte fehlen.

Hier dürfen wir danken, bitten, loben, aber auch klagen, schreien und weinen, weil wir verzweifelt sind.

Hier dürfen wir knien, sitzen, stehen oder auch liegen, wenn uns die Kraft zu allem anderen fehlt.

Hier dürfen wir die Arme zum Himmel erheben oder zum Gebet falten und manchmal, wenn nichts mehr in uns ist, was loben kann,  auch die Schultern und die Arme hängen lassen.

Hier ist Raum für unser Anliegen, aber auch Raum um auf Antworten zu hören, die im Trubel des Alltags oft untergehen.

Hier ist Raum für unsere Seele, die Gott braucht  um aufzutanken.

Jesus hat es uns vorgelebt. Suchen Sie sich einen ‚Raum‘ und gehen Sie ‚hinaus‘. Bleiben Sie im Zwiegespräch mit Jesus, der in uns lebt, aber suchen Sie auch die Gegenwart Gottes in der Stille.

Sie werden sehen, es wird Ihnen gut tun.

Berit Knorr

Vater, ich suche deine Nähe, fern vom Getöse dieser Welt. Ich hör jetzt auf, mit allem was ich tue und tu‘ das eine, was im Leben zählt. Ich geh im Geist jetzt vor dir auf die Knie, und höre auf die Stimme meines Herrn….(aus dem Lied ‚Auge im Sturm‘)… Amen

Als heutige Bibellese ist Apostelgeschichte 6, 8-15 vorgesehen.

Liedvorschlag:  Auge im Sturm https://youtu.be/aT9oGPNppx0

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Veröffentlicht in Tagesimpulse.