two wooden dummy hugging figures

„Krone des Lebens“ – Biblische Tagesimpulse, die zusagen und herausfordern – 19. Oktober

Basierend auf den Herrnhuter Losungen soll ein biblisches Wort uns jeden Tag einen neuen Impuls geben:

Dienstag, 19. Oktober

„Als der Sohn noch weit entfernt war, sah ihn sein Vater und es jammerte ihn, und er lief und fiel ihm um den Hals und küsste ihn.“ Lukas 15, 20

Ehrwürdige alte Männer laufen nicht. Zumindest nicht hier in Kenya, und wohl ebenso nicht in Israel zu Jesu Zeiten. Wenn überhaupt, dann schreiten sie gemäßigten Schrittes dahin.
Auch um den Hals fallen und küssen ist zwischen Vätern und erwachsenen Söhnen hier normalerweise nicht üblich. Hat Jesus das also nicht so genau genommen, als er die Geschichte erzählte? Hat er einfach ein bisschen übertrieben?
Ich denke nicht. Ich denke, er wusste genau, was er sagte und wie das bei seinen Zuhörern ankommen würde. Er hatte die Beispiele vom verlorenen Schaf, von der verlorenen Münze und vom verlorenen Sohn ja erzählt, weil die Pharisäer sich beschwert hatten, er würde zu viel Zeit mit „Zöllnern und Sündern“ verbringen (vg. Kap. 15, 1ff.).

Und jedes Mal, wenn ich jetzt diese Geschichten lese, bin ich wieder überwältigt davon, wie sehr jeder Mensch, aber vor allem jeder verloren gegangene, unserem himmlischen Vater am Herzen liegt.
Der Vater in der Geschichte lässt alle gesellschaftlichen Regeln außer Acht, läuft seinem Sohn entgegen und umarmt ihn, zerlumpt und stinkend wie er ist.

Wie ordentlich, gut und „sauber“ müssen wir sein, dass wir zu Gott kommen dürfen?
Die Antwort ist: gar nicht!
Wir lesen kein Wort von: siehst du, ich hab’s gewusst, dass das schief geht. Geh erst mal duschen und zieh dir was anständiges an.
Auf uns übertragen kann das bedeuten: wir müssen nicht erst unser Leben in Ordnung bringen, keine Fehler mehr machen und immer schön brav sein, bevor wir uns Gott nähern dürfen.

Der Sohn war sich bewusst, dass er in keiner Weise würdig war, wieder bei seinem Vater zu leben. Aber er wollte bei ihm sein, sogar wenn er nur als Arbeiter angestellt würde.
Wenn wir uns darüber klar sind, dass wir es definitiv nicht verdient haben, in Gottes Nähe zu leben, und trotzdem nichts lieber wollen als bei ihm zu sein, dann wird er uns entgegen kommen, ja „laufen“, sobald er uns „aus der Ferne erblickt“.
Das steht auch in Jakobus 4, 8: „Kommt zu Gott, und Gott wird euch entgegenkommen.“

Und dann wird er es sein, der uns hilft, unser Leben in Ordnung zu bringen, uns von allem Schmutz zu befreien und uns neu einzukleiden.
„Aber sein Vater sagte zu den Dienern: ‚Schnell! Bringt die besten Kleider im Haus und zieht sie ihm an. Holt einen Ring für seinen Finger und Sandalen für seine Füße.’“ (V. 22)

Vermutlich war es nicht das letzte Mal, dass der Sohn Mist gebaut hatte…
Aber ich hoffe für ihn, dass er nie mehr von seinem Vater weglief, sondern gerade ihn um Hilfe bat, wenn wieder mal etwas schief gegangen war.

Cornelia Letting

Vater, Deine Liebe ist so unbegreiflich groß und ich weiß gar nicht, wie ich leben konnte ohne Dich, oh Herr. Doch machst Du mich zu Deinem Kind, Du schenkst mir Deine Liebe jeden Tag, Du lässt mich nie im Stich, denn Vater, Du bist immer bei mir.
Herr, ich preise Deinen heil’gen Namen, Du bist König, Du nur bist mein Herr und mein Gott. (aus „Feiert Jesus“)

Amen

Als heutige Bibellese ist Lukas 12,49-53 vorgesehen.


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Veröffentlicht in Tagesimpulse.