„Krone des Lebens“ – Biblische Tagesimpulse, die zusagen und herausfordern – 20. Juni

Basierend auf den Herrnhuter Losungen soll ein biblisches Wort uns jeden Tag einen neuen Impuls geben:

Samstag, 20. Juni

„Es lasse ab von Ungerechtigkeit, wer den Namen des Herrn nennt.“ (2. Timotheus 2, 19)

Kinder finden es immer ungerecht wie Eltern die anderen Geschwister behandeln. Der Ältere findet es ungerecht, dass der Kleine wie selbstverständlich Dinge bekommt und tun darf, die er sich früher hart erkämpfen musste. Und der Jüngere beklagt sich, dass dem großen Bruder immer mehr erlaubt wird als ihm. Als jüngster Spross der Familie soll ich mich einmal beschwert haben mit dem Ausspruch: “Immer bin ich der Kleinste.“

Aber auch als Erwachsene sind wir tagtäglich mit Ungerechtigkeiten konfrontiert. Sei es durch die Medien, sei es vom Hörensagen aus dem Freundes- oder Bekanntenkreis oder wir haben Ungerechtigkeit selbst am eigenen Leibe erfahren. Und wir sind entrüstet darüber. Das geht ja gar nicht, so kann man nicht handeln, das ist meist unsere Reaktion. Und schließlich sind es ja immer die Anderen, die ungerecht handeln um sich einen persönlichen Vorteil zu verschaffen.
Aber sind es wirklich immer nur die Anderen?
Sind wir da völlig frei davon?

Paulus schreibt unseren heutigen Vers an seinen Mitarbeiter Timotheus, den er als Gemeindeleiter eingesetzt hatte. Es war eine Ermahnung, aber auch eine Ermutigung. Schon in den Anfängen hat es in den christlichen Gemeinden Reibereien, Streit und Ungerechtigkeit gegeben. Und Paulus mahnt bei allen Meinungsverschiedenheiten und Auseinandersetzungen einen liebevollen Umgang zwischen den Glaubensgeschwistern an. Und Ungerechtigkeit hat schon gar keinen Platz bei den Nachfolgern Jesu. Darauf soll Timotheus in der Gemeinde achten.

Hat sich daran in den letzten 2000 Jahren etwas geändert?
Vielleicht bist Du bestrebt nie bewusst ungerecht zu handeln, versuchst Jedem gerecht zu werden. Aber gelingt dir das wirklich immer? Ertappen wir uns nicht immer wieder, dass uns unser eigener Vorteil wichtiger wird?
Daher ist der Vers auch eine Ermahnung an jeden von uns. Dass wir diesem Anspruch nicht immer gerecht werden, erleben wir immer wieder neu. Aber bei Gott gibt es keine hoffnungslosen Fälle. Wir können immer wieder neu zu ihm kommen und er will uns durch seinen Heiligen Geist verändern. Wir müssen es nur zulassen.

Helmut Haas

Vater im Himmel, wir fühlen uns immer wieder benachteiligt und ungerecht behandelt. Aber auch wir behandeln unsere Mitmenschen nicht immer gerecht. Vergib du uns und verändere du uns durch deinen Heiligen Geist. Führe und leite du uns diesen Tag auf deinen Wegen.
Amen

Als heutige Bibellese ist 1. Könige 8, 1 – 14 vorgesehen.

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