„Krone des Lebens“ – Biblische Tagesimpulse, die zusagen und herausfordern – 7. Mai

Basierend auf den Herrnhuter Losungen soll ein biblisches Wort uns jeden Tag einen neuen Impuls geben:

Donnerstag, 7. Mai

„Du, Gott, vergabst und warst gnädig, barmherzig, geduldig und von großer Güte. Wir versagten, aber Du verlässt uns nicht.“ Nehemia 9,17

Schuldig werden, scheitern, Vergebung erfahren. Gottvergessen leben in guter Zeit, zu Gott flehen in schlechter. Aber Gott vergibt.
Ein ganzes Volk zieht Bilanz: Gott blieb treu, wir ihm nicht.

Alle Entscheidungen für den Lock-down wie für die Lockerungen danach waren und werden nicht für alle nur gut sein. Wir werden aneinander auch schuldig bleiben, obwohl wir es gut meinen. Es gibt keine Patentlösung, die gut ist für alle. Und unsere Ungeduld gerät in Versuchung, weitere Coronatote in Kauf zu nehmen für unsere Freiheit.

Erstaunlich bei Nehemia: Nicht ein Einzelner, ein ganzes Volk bekennt sich zu seiner Schuld. Kehrt um zu Gott, erbittet Gnade. Keine billige. Ihnen ist nicht genug: Gott vergibt schon. Kehren wir zurück ins (alte) Leben. Nein: Ein ganzes Volk ist bereit für echten Neuanfang, mit neuen Regeln, verbindlichen Absprachen. Mit Gott. Untereinander. Füreinander. Ich staune. Am meisten aber staune ich über Gott, der wieder und wieder und wieder vergibt. Gnädiger als es Recht wäre.

Warum macht er das? Warum rechnet er nicht ab mit uns Schuldigen? Weil nur so Leben überhaupt möglich ist; unbelastete Zukunft, befreites Miteinander. Weil es nur so die Chance hat auf einen echten Neuanfang.

Gott lebt es vor, in welchem Geist diese Leben gelingt. Im Geist seiner Versöhnung. Er rechnet darum die Schuld nicht auf. Er ist bereit, auf sein Recht zu verzichten, wenn dadurch eine gemeinsame Zukunft gestaltet werden kann.

Krisenzeiten wie jetzt bedeuten Entscheidungszeiten. Es liegt an uns. Wir können uns entscheiden. Für ein tragfähiges Miteinander. Mehr nach Gottes Art zu leben. Versöhnter, gnädiger, geschwisterlicher, ehrlicher, barmherziger.
Nicht die Schuld anderen vorzuhalten, sondern zu seiner eigenen zu stehen und aus ihr zu lernen. Nicht auf sein Recht zu pochen, sondern das, was der andere genauso berechtigt zu sagen hat, auch zu beherzigen auf der Suche nach bestmöglichen Lösungen.

Hans-Joachim Scharrer

Gott vergibt. Macht den Anfang. Schenkt uns Vergebung, Leben in neugewonnener Freiheit: Frei für ein Leben in einem Geist der Versöhnung, der uns prägen soll als Volk, als europäische Union, als Weltgemeinschaft, weil Freiheit in Verantwortung geschieht, und Recht vor allem einem versöhnten Miteinander dient.
Barmherziger Gott.
Sprich zu uns dein gutes Wort und gib uns deine Wegweisung zum Leben, dass wir nicht einfach nur danach entscheiden, was uns am Meisten dient oder was unser Recht ist.
Mach uns zu Menschen, die von dir lieben lernen im Gleichmaß deines Gebots: dich zu lieben und unseren Nächsten wie uns selbst..
Amen.

Als heutige Bibellese ist 1. Petrus. 4 12-19 vorgesehen.

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