„Krone des Lebens“ – Biblische Tagesimpulse, die zusagen und herausfordern – 9. Januar

Basierend auf den Herrnhuter Losungen soll ein biblisches Wort uns jeden Tag einen neuen Impuls geben:

Samstag, 9. Januar

„Als die Ersten kamen, meinten sie, sie würden mehr empfangen; und sie empfingen auch ein jeder seinen Silbergroschen. Und als sie den empfingen, murrten sie gegen den Hausherrn und sprachen: Diese Letzten haben nur eine Stunde gearbeitet, doch du hast sie uns gleichgestellt, die wir des Tages Last und Hitze getragen haben.“ (Matthäus 20, 10 – 12)

Das geht ja gar nicht! Das widerspricht jeglichem Verständnis von Gerechtigkeit und Gleichbehandlung. Wo bleibt da die Gewerkschaft?

Was ist passiert?

Im Gleichnis, aus dem unser heutiger Vers stammt, erzählt Jesus von einem Weinbergbesitzer, der zur Weinlese Tagelöhner anwirbt und einstellt. Das tut er zu unterschiedlichen Tageszeiten. Die ersten erhalten Arbeit ab dem frühen Morgen, andere am späteren Vormittag, wieder andere erst um die Mittagszeit. Da die Ernte eingebracht werden muss, sucht der Besitzer auch noch am Nachmittag Helfer und stellt sie ein. Zuletzt gar noch 1 Stunde vor Feierabend. Am Ende des Arbeitstages haben die Tagelöhner unterschiedlich lang gearbeitet – zwischen 12 Stunden und 1 Stunde.

Wie würdest Du die Arbeiter bezahlen?

Wer 12 Stunden gearbeitet hat, der sollte doch für seine Arbeit deutlich mehr erhalten als derjenigen, der „nur“ 1 Stunde gearbeitet hat. Das entspricht unserem Verständnis von Leistung und Entlohnung. Alles andere ist in unseren Augen ungerecht.

Was aber haben die Tagelöhner mit dem Besitzer ausgehandelt?

Alle haben den damals üblichen Tageslohn von 1 Silbergroschen mit ihm ausgehandelt. Jeder hat also das erhalten, was er vereinbart hat. Und alle können mit diesem Tageslohn sich und ihre Familie versorgen. Jeder hat das Lebensnotwendige erhalten.

Trotzdem empfinden es die Arbeiter als ungerecht. Du doch auch – oder nicht?

Warum fordert Jesus mit diesem Gleichnis unser Gerechtigkeitsempfinden so heraus?

Warum stellt er unser ganzes Leistungsdenken auf den Kopf?

Der Gleichniserzählung ging die Frage des Petrus voraus: „Siehe, wir haben alles verlassen und sind dir nachgefolgt. Was wird uns nun werden?“ Petrus fragt sich: „Was hab ich davon, wenn ich Jesus nachfolge?“ Diese Frage hast Du dir vielleicht auch schon gestellt. Es ist eine Kosten-Nutzen-Rechnung. Jesus fordert uns sogar dazu auf (Lukas 14, 28 – 30).

Nur eins ist dabei zu bedenken:

Egal, wie lange Du Jesus nachfolgst. Egal wieviel Du dich in der Gemeinde engagierst. Egal wieviel Kraft, Zeit und Geld Du in die Sache Jesu investierst. Keiner wird in das Reich Gottes kommen aufgrund seines Verdienstes. Allein durch den Glauben an Jesus Christus. Allein aus Gnade. Es ist alles ein Geschenk. Und alle erhalten dasselbe Geschenk. So „ungerecht“ ist Gott.

Oder doch eher: so gnädig und barmherzig ist Gott, der Vater? Denn verdient hat es keiner von uns…

Du könntest nun einem Fehlschluss erliegen: „Dann reicht es ja, wenn ich die letzte Stunde dabei bin. Bis dahin kann ich ja mal abwarten.“ Die Frage dabei ist nur: „Wann ist deine letzte Stunde?“ Verliere also keine Zeit…

Helmut Haas

Herr Jesus Christus, du hast uns in deine Nachfolge gerufen. Du schenkst uns als deine Nachfolger allen ewiges Leben. Hier auf Erden in der Gemeinschaft mit dir. Und nach dem irdischen Leben in deiner ewigen Gegenwart. Danke für dieses Geschenk. Lass uns das diesen Tag immer wieder neu bedenken.
Amen.

Als heutige Bibellese ist Lukas 4, 22 – 30 vorgesehen.

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