Pfingstbrief an die Gemeinde

Schwestern und Brüder, ihr die Gemeinde,

Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen.

Die Türen unseres Gemeindehauses sind immer noch geschlossen. Gegenwärtig können dort weder Gruppenaktivitäten noch Veranstaltungen stattfinden. Dass Menschen aus unterschiedlichen Häusern zusammenkommen und bei uns Gemeinschaft erfahren, ist also im wahrsten Sinne des Wortes ausgeschlossen. Sollten sich nun in den kommenden Wochen Türen vorsichtig öffnen, ist damit noch nicht gesagt, dass Menschen wie zuvor wieder Zugang zur Gemeinde bzw. Kirche finden.

Offene Türen allein lassen noch niemanden eintreten. In den Herzen von Menschen muss etwas bewegt worden sein, damit sie für die Gemeinschaft neu aufgeschlossen sind. Dazu wird in der Pfingstsequenz (https://www.youtube.com/watch?v=dIcWsrcbBPo) der Heilige Geist angerufen:

Komm herab, o Heil’ger Geist, / der die finstre Nacht zerreißt, / strahle Licht in diese Welt. / Komm, der alle Armen liebt, / komm, der gute Gaben gibt, / komm, der jedes Herz erhellt.

Komm, o du glückselig Licht, / fülle Herz und Angesicht, / dring bis auf der Seele Grund. / Ohne dein lebendig Wehn / kann im Menschen nichts bestehn, / kann nichts heil sein noch gesund.

Wo der Heiligen Geist lebendig weht und Herzen öffnet, zeigt sich auch uns der auferstandene Christus, wie dies im Evangelium nach Johannes erzählt wird:

Am Abend des ersten Tages der Woche, da die Jünger versammelt und die Türen verschlossen waren aus Furcht vor den Juden, kam Jesus und trat mitten unter sie und spricht zu ihnen: Friede sei mit euch! Und als er das gesagt hatte, zeigte er ihnen die Hände und seine Seite. Da wurden die Jünger froh, dass sie den Herrn sahen. Da sprach Jesus abermals zu ihnen: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. Und als er das gesagt hatte, blies er sie an und spricht zu ihnen: Nehmt hin den Heiligen Geist! Welchen ihr die Sünden erlasst, denen sind sie erlassen; welchen ihr sie behaltet, denen sind sie behalten.“ (Johannes 20,19-23)

Da ist ER: er hat die geschlossene Tür zu uns durchschritten. Sorgen und Befürchtungen, die sich schwermütig um unser Leben gelegt haben, werden hinfällig, wenn er uns in seinen Blick nimmt. Er spricht sich uns zu: „Fürchte dich nicht! Ich bin der Erste und der Letzte und der Lebendige. Ich war tot, und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit und habe die Schlüssel des Todes und der Unterwelt.“ (Offenbarung 1,17f) Wie seine Jünger sollen wir unseres eigenen Lebens froh werden. „Freut euch immerzu, weil ihr zum Herrn gehört! Der Herr ist nahe! Macht euch keine Sorgen!“ (Philipper 4,4-6) „Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch.“ Jesus Christus lässt uns keine Ruhe, wenn er im Heiligen Geist zu uns vordringt. Die Hoffnung aus seinem Evangelium sollen wir nicht für uns selbst behalten.

Philipp Spitta hat dazu in seinem Pfingstlied „O komm, du Geist der Wahrheit“ (https://www.youtube.com/watch?v=2dbvXUvI6CM) (EG 136) als vierte Strophe gedichtet:

„Es gilt ein frei Geständnis / in dieser unsrer Zeit, / ein offenes Bekenntnis / bei allem Widerstreit, / trotz aller Feinde Toben, / trotz allem Heidentum / zu preisen und zu loben / das Evangelium.“

Wir Christen haben eine Lebensbotschaft erhalten, die auch für unsere Mitmenschen bestimmt ist. Die Geistesgegenwart Jesu an Pfingsten fordert uns heraus, nicht nur Türen zu öffnen, sondern auch auf andere zuzugehen und ihnen die frohe Botschaft zu bezeugen. Die richtigen Worte finden sich, wenn wir von unserer Hoffnung und von unserem Gottvertrauen erzählen. Dieses freimütige Zeugnis braucht es in dieser Zeit, wo Lebenserwartungen und Lebenswünsche in großer Ungewissheit gehalten sind.

So bete ich: Komm Heiliger Geist, komm in unsere Herzen, erschließe uns Jesu Wort. Heilige Leib und Seele, verbinde uns in Liebe. Rühre unsere Zunge an, dass SEIN Wort über unsere Lippen zu anderen kommt. Schaffe Glauben, dass Jesus der Messias uns allen Herr und Heiland ist, der mit Dir und dem Vater lebt und regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Veranstaltungen in unserem Gemeindehaus sowie Treffen unserer Gruppen müssen aufgrund staatlicher sowie kirchlicher Anordnung weiterhin entfallen. Auf unserer Homepage lassen sich Spuren Gottes in unseren Gärten (https://www.evang-kirche-voehringen.de/wp/spuren-gottes-im-garten/) entdecken. Dort findet sich auch unsere Smartphone-App, die Gemeindeglieder und Gruppen miteinander vernetzt und über das Neueste laufend informiert (https://www.evang-kirche-voehringen.de/wp/unsere-app-zum-vernetzen-waehrend-alles-ruht/)

Da die Martin-Luther-Kirche nur über 17 Sitzmöglichkeiten mit dem vorgegebenen Zwei-Meter-Abstand verfügt, ist eine Gottesdienstteilnahme nur mit Voranmeldung möglich. Dazu haben wir extra die Telefonnummer 07306/78 92 95 10 mit einem Anrufbeantworter eingerichtet. Von Montag bis Donnerstag 17 Uhr werden Voranmeldungen für den darauffolgenden Sonntags­gottesdienst angenommen. Sollten die Anrufer von uns nichts mehr hören, sind sie für den Gottesdienst eingeladen.

Dieser Sonntagsbrief kann die Woche über unter der Telefonnummer 07306/78 92 95 1 abgehört werden. Auf unserer Webseite finden sich unter der Überschrift „Krone des Lebens“ aktuelle Tagesimpulse. Diese können dort auch abonniert werden.

Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen.

Es grüßt Euch ganz herzlich

Euer Jochen Teuffel
Evangelischer Pfarrer

Wenn Sie den Sonntagsbrief an die Gemeinde Vöhringen als Mail bekommen möchten, einfach hier Ihre Adresse angeben:
Veröffentlicht in Sonntagsbrief an die Gemeinde.